Syrien-Rückkehrerin wehrt sich gegen ihre Verurteilung und gegen eine Therapie


Zusammen mit ihrem Bruder reiste eine Winterthurerin ins Kriegsgebiet nach Syrien. Dafür wurde die junge Frau wegen Verstosses gegen das IS-Gesetz verurteilt. Nun setzt sie sich gegen den Schuldspruch zur Wehr.

Fabian Baumgartner | Neue Zürcher Zeitung

Erstmals hatte im Februar dieses Jahres ein Schweizer Gericht ein Urteil gegen Rückkehrer aus dem Herrschaftsgebiet der Terrormiliz Islamischer Staat gesprochen. Das Winterthurer Bezirksgericht verurteilte eine junge Frau und ihren Bruder zu bedingten Freiheitsstrafen von 10 und 11 Monaten. Es sah es als erwiesen an, dass ein Geschwisterpaar Ende 2014 aus der Schweiz in das Kriegsgebiet nach Syrien gereist war, um dort unter dem Kalifat und der Scharia zu leben. Rund ein Jahr verbrachten die damals 15-Jährige und ihr ein Jahr älterer Bruder in dem Land.

Was genau sie dort machten, bleibt indes bis heute diffus. Laut Gericht soll der Bruder unter dem Namen Idris al-Albani eine Koranschule besucht und den IS mit logistischen Aufgaben unterstützt haben, indem er Hilfsgüter verteilte und Transporte koordinierte. Die Schwester wiederum soll unter dem Namen Djumara Kinder gehütet und ihnen Englisch beigebracht haben. Der Winterthurer Richter befand: «Sie haben das Gedankengut der Terrormiliz Islamischer Staat geteilt und gutgeheissen.» Zudem hielt er den Geschwistern vor: «Sie haben auch über die Greueltaten Bescheid gewusst. Das geht eindeutig aus den Chats mit Ihrer Familie und Ihren Freunden hervor.»

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