Umweltbundesamt und Medien: Machtfrage


An der Expertise des Umweltbundesamtes mag niemand zweifeln. Mit den politischen Forderungen der Behörde und der massiven Kritik an der Bundesregierung stellt sich aber eine andere Frage – die nach der Macht.

Michael Hanfeld | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Maria Krautzberger, die scheidende Präsidentin des Umweltbundesamtes. Bild: dpa

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Das gilt für die politische wie für die mediale Wahrnehmung. Als der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, in seiner Kritik an der Bundesregierung, insbesondere an der Kanzlerin, immer maßloser wurde, geriet er nicht nur ob der Fragwürdigkeit seiner Einlassungen in die Schusslinie, sondern auch, weil er sich als Beamter und Leiter einer Bundesoberhörde, die zum „nachgeordneten Geschäftsbereich“ eines Bundesministeriums zählt, die Regierung bis ins Mark kritisierte.

Für sein Verhalten, das sich mit der Treuepflicht eines Beamten kaum vereinbaren ließ, wäre er beinahe noch befördert worden. Stattdessen bugsierte ihn sein Furor in den einstweiligen Ruhestand.

Wie anders verhält es sich mit Maria Krautzberger (SPD), der Präsidentin des Umweltbundesamtes, die Ende des Jahres in den regulären Ruhestand geht. Das von ihr geleitete Amt, ebenfalls eine Bundesoberhörde, versteht sich seit langem nicht bloß als intern beratende und die Öffentlichkeit neutral informierende Institution, sondern als erster Kritiker der Umweltpolitik der Bundesregierung.

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