Armutsforscher Butterwegge warnt vor Spaltung der Gesellschaft


Der Kölner Armutsforscher Christoph Butterwegge sieht durch eine ungerechte Verteilung den Zusammenhalt der Gesellschaft bedroht. Wenn ein stärkerer Einfluss mächtiger Interessengruppen auf die Regierungspolitik zu einer immer ungleicheren Verteilung des Bruttoinlandsprodukts führe, würden die Reichen reicher und die Armen zahlreicher, sagte Butterwegge dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Holger Spierig | evangelisch.de

Der Politikwissenschaftler kritisierte eine „Meinungsführerschaft des Neoliberalismus“, der die Leistung am ökonomischen Erfolg messe. „Demnach leisten nicht die Erzieherin, die Krankenschwester oder der Altenpfleger viel, sondern der Spitzenmanager oder wer zum Beispiel an der Börse auf die richtigen Aktien gesetzt hat“, beklagte Butterwegge.

Butterwegge forderte eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns. Dieser sollte zu einem „Lebenslohn“ fortentwickelt werden, mit dem der expandierende Niedriglohnbereich wieder eingedämmt werden könne. Außerdem müsse es zu einer Umverteilung von oben nach unten kommen. Als Beispiel nannte der Wissenschaftler die Wiedereinführung einer Vermögensteuer. Armutsbekämpfung sei eine sehr komplexe Angelegenheit, dafür müsse an ganz vielen Stellschrauben gedreht werden. Klar sei jedoch, „dass Reichtumsförderung keine Form der Armutsbekämpfung“ sei, sagte Butterwegge.

weiterlesen