BKA leitete Hinweise über Breitscheidplatz-Attentäter nicht weiter

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Kurz vor dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz erhielt das BKA einen entscheidenden Tipp über den Attentäter. Die Berliner Ermittler erreichte dieser nicht.

Alexander Fröhlich | DER TAGESSPIEGEL

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat den auf den Islamisten Anis Amri angesetzten Ermittlern der Berliner Polizei im Herbst 2016 Hinweise des marokkanischen Inlandsgeheimdienstes DST vorenthalten. Diese hätten dem Landeskriminalamt Berlin nach eigener Einschätzung neue Anhaltspunkte geben können, um gegen Amri vorzugehen. Im Nachhinein wurde versucht, die Panne zu verschleiern. Das geht aus internen Unterlagen hervor, die dem Tagesspiegel vorliegen.

Beamte des Staatsschutzes beim Berliner Landeskriminalamt (LKA) stellten wenige Wochen nach dem Anschlag fest, dass das BKA vor dem Anschlag Informationen zurückgehalten hat. Damals sollten die Behörden für das Bundesinnenministerium und nachfolgend für den Innenausschuss des Bundestages zusammentragen, was mit den Hinweisen aus Marokko geschehen ist. In der Staatsschutzabteilung des LKA glichen die Beamten im Februar 2017 ab, was ihnen tatsächlich im Oktober 2016 vom BKA vorgelegt wurde und worüber das BKA verfügte.

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