Pentagon reagiert auf Erdoğans Incirlik-Drohung


Der türkische Staatspräsident hatte die Amerikaner in einem Fernsehinterview gewarnt, man könne US-Militärbasen auf türkischem Boden schließen und „den Genozid an den Indianern anerkennen“

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Luftwaffenstützpunkt Incirlik. Foto: US-Militär

Das US-Verteidigungsministerium verlautbarte gestern nach der Drohung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan, zwei amerikanischen Militärstützpunkte in seinem Land zu schließen, der „Status“ der US-Streitkräfte in der Türkei sei ein „Symbol für unser jahrzehntelanges Engagement, mit unserem NATO-Verbündeten und strategischen Partner Türkei zusammenzuarbeiten und ihn zu verteidigen“. Diese „Beziehung“ wolle man „bewahren und die Türkei gleichzeitig dazu ermutigen, eine konstruktivere Politik zu verfolgen, was S-400, Syrien und andere Bereiche angeht, in denen es Meinungsverschiedenheiten gibt“.

Erdoğan hatte dem türkischen Sender A Haber am Sonntag gesagt, wenn es wegen „Maßnahmen wie Sanktionen […] erforderlich“ sei, dann werde die türkische Staatsführung die US-Luftwaffenbasis Incirlik und die amerikanische Radarstation Kürecik schließen. Damit bekräftigte er eine Aussage seines Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu, der bereits am Mittwoch angekündigt hatte, das werde im Falle amerikanischer Sanktionen „auf die Tagesordnung kommen“.

S-400

Anlass dafür, dass die türkische Staatsführung US-Sanktionen fürchtet, ist ihr Kauf des russischen Raketenabwehrsystem S-400, das im April in Betrieb genommen werden soll (vgl. S-400: Erdogan trotzt den USA und der NATO). Als Grund für ihre Unzufriedenheit damit gab die US-Administration an, dass ein mit viel IT ausgestattetes System wie S-400 Informationen über Kampfflugzeuge sammelt, von denen man nicht möchte, dass sie in die Hände des S-400-Herstellers gelangen.

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