Eine Rücknahme der IS-Kämpfer sind wir den Kurden schuldig


Donald Trump will, dass europäische IS-Kämpfer in ihren Heimatländern vor Gericht gestellt werden. Die Forderung ist legitim, da jeder Staat für seine eigenen Kriminellen zuständig sein sollte. Warum müssen ausserdem die Kurden die Suppe auslöffeln, die andere ihnen eingebrockt haben?

Daniel Steinvorth | Neue Zürcher Zeitung

Sie kamen nach Syrien und in den Irak, um zu zerstören und zu töten. Sie schlossen sich Terrororganisationen wie dem IS an, in dessen Namen barbarische Verbrechen verübt wurden. Keine Frage, die selbsternannten Gotteskrieger mit deutschem, französischem, britischem oder Schweizer Pass verdienen weder Nachsicht noch Mitleid. Niemand zwang sie zur Reise in den Jihad. Sie wussten genau, was sie taten. Sie haben auch ihren eigenen Gesellschaften den Kampf angesagt, was sie überall zu einem permanenten Sicherheitsrisiko macht.

Dass in ihren Heimatländern niemandem der Gedanke an ihre Rückkehr behagt und nach Wegen gesucht wird, sie nicht aufnehmen zu müssen, ist verständlich. Es ist auch leichter gesagt als getan, dass die westlichen Rechtsstaaten mit den gescheiterten Jihadisten schon irgendwie fertigwerden. Die Strafverfolgung dürfte sich in Wahrheit als ziemlich kompliziert erweisen, da bisher nur wenige der Greueltaten gerichtsfest dokumentiert sind.

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