Warum das Universum viel kleiner werden könnte als ein Virus


Unser Kosmos entstand anders, als es in Lehrbüchern steht, glaubt die Kosmologin Anna Ijjas. Sie geht von einem „Urprall“ aus. Doch ihre Theorie ist umstritten.

Ralf Nestler | DER TAGESSPIEGEL

In einem zyklischen Universum wäre unser Kosmos das Ergebnis eines gleichmäßigen Übergangs von einer frühen Epoche des…Abbildung: Anna Ijjas

Es klingt verwegen: Unser Universum begann nicht mit dem Urknall, sondern es ist lediglich ein zweiter Aufguss eines älteren Kosmos. Oder der dritte oder der vierte oder der x-te. So genau kann Anna Ijjas es auch nicht sagen, aber die Kosmologin ist sich ziemlich sicher, dass die Geschichte nicht erst vor 13,8 Milliarden Jahren begann, wie es in Lehrbüchern zu lesen ist.

„Das Modell, nach dem der Urknall der Anfang von allem sei, wirft einige Probleme auf“, sagt die Forscherin vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, AEI) in Hannover. „Ich arbeite deshalb an einer besseren Erklärung.“ Damit meint sie: ein zyklisches Universum, das sich ausdehnt, irgendwann wieder zusammenzieht, dann wieder ausdehnt und so weiter. Eher Urprall statt Urknall.

„Nehmen wir das heutige Universum, das ist zehn hoch 28 Zentimeter groß, also eine Zahl mit 29 Stellen“, sagt die Forscherin. Das dehne sich noch etwa 100 Milliarden Jahre lang aus, dann schrumpfe es wieder. Erst auf die Größe der Milchstraße, dann unseres Sonnensystems, unserer Erde, eines Fußballs, einer Liebesperle, eines Influenza-Virus.

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