Wir sind doch keine Roboter!


Noch nie wurden wir Menschen so digitalisiert. Die Kultur der Gesundheits-Apps ist schwer im Kommen. Aber wollen wir wirklich so kontrolliert werden?

Manuel Battegay | Basler Zeitung

Der Begriff hat Hochkonjunktur: Präzisionsmedizin. Die Medizin, die beabsichtigt, Risikoprofile, Diagnostik und Therapien zu individualisieren. Am Europäischen Aidskongress in Basel ging Amalio Telenti, der am Scripps-Forschungsinstitut in Kalifornien arbeitet, mit der Präzisionsmedizin hart ins Gericht. Er kritisierte den Hype und bemängelte, dass Präzisionsmedizin mehr Hypothesen als Originaldaten liefert. Dabei rief er ein Zitat von Richard Susskind («Harvard Business Review» 2016) in Erinnerung: «Routinearbeit kann von ­Maschinen übernommen werden, aber für den ‹tricky staff›, das heisst Beurteilungen, Kreativität und Empathie, braucht es Menschen.»

Vor 30 Jahren war Telenti noch stolz, an der Mayo Clinic mühsam aus Krankengeschichten Daten von 20 Patienten herausgefiltert zu haben. Und nun die News, dass diese früher wenig innovative Klinik eine Partnerschaft mit Google eingeht, um Patientendaten besser sammeln und analysieren zu können. Dabei stehen visualisierte Daten der Bildgebung, der Gewebeuntersuchung, der Haut und der Augen im Zentrum.

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