Geburt eines Eisstroms beobachtet


Überraschender Wandel: In der russischen Arktis haben Forscher eine nie zuvor gesehene Verwandlung beobachtet – die Geburt eines Eisstroms in einem vermeintlich stabilen, kalten Eisschild. Der Vavilov-Eisschild beschleunigte dabei zunächst sein Tempo, dann bildete sich ein klar umrissener Eisstrom aus seiner Mitte aus. Diese Umwandlung widerspricht gängigen Annahmen – und sie weckt die Befürchtung, dass auch andere Eisschilde labiler sein könnten als gedacht.

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Der Vavilov-Eisschild in der sibirischen Arktis vor und nach der Bildung des Eisstroms – einem für diesen Gletschertyp völlig unerwarteten Ereignis. © NASA/ Landsat

Typischerweise kommen Gletscher in zwei Varianten vor. In milderen, schneereichen Regionen wie der Westantarktis oder Teilen Grönlands dominieren schnell fließende Eisströme, die mit mehreren Kilometern pro Jahr Richtung Küste fließen. In den trockenen hocharktischen Kältewüsten dagegen sind die Gletscher meist stabil und bewegen sich selten mehr als ein paar Meter pro Jahr. Solche Eisschilde kommen in der Ostantarktis und auch im Norden Sibiriens vor.

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