Mit 3D-Druckern die Obdachlosigkeit und das Leben in Slums beenden?

Sonntag genießen (Leon Wyczółkowski 1852-1936)

Fast 900 Millionen Menschen leben nach UN Habitat in Slums oder in Unterkünften, die nicht menschenwürdig sind. Aber auch in den reichen Ländern spricht man von einer wachsenden Wohnungslosigkeit, weil es nicht genügend erschwinglichen Wohnraum auch für Geringverdiener in den Gebieten gibt, in denen Arbeitsmöglichkeiten vorhanden sind.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Ein Doppelhaus wurde bereits fertiggestellt. Bild: New Story

In den besonders teuren Städten nimmt die Obdachlosigkeit zu. Eine amerikanische Stiftung, die seit 2014 Unterkünfte für notleidende Familien in Lateinamerika baut, verspricht nun die Lösung. New Story hat ein Projekt mit Icon, Hersteller von 3D-Druckern, begonnen, eine Ansiedlung von 50 neuen Häusern in Mexiko zu bauen bzw. sie auszudrucken.

New Story will damit ein Zeichen setzen und demonstrieren, dass sich mit relativ wenig Geld – über das wir freilich nicht informierrt werden – angeblich allen Menschen eine feste Behausung mit einer Größe verschafft werden kann, die über eine Minimallösung oder ein tiny house hinausgeht, wie es sich derzeit manche zum (vorübergehenden) Austritt aus der Überflussgesellschaft bauen.

Für die erste 3D-gedruckte Siedlung musste freilich der 10 Meter lange 3D-Drucker Vulcan II aus den USA nach Tabasco in Südmexiko gebracht werden. Das hat länger als gedacht gedauert. Zunächst gab es am zuerst geplanten Ort Schwierigkeiten, das Land zu erhalten. Dann traten an der Grenze Schwierigkeiten auf. Die unbekannte Technik ins Land zu lassen, was ein Vierteljahr gedauert haben soll. Der neue Ort stellte auch neue Anforderungen. Es ist ein Erdbebengebiet, also mussten die Häuser möglichst erdbebensicher ausgelegt werden. Und dann trat noch ein Problem auf: Der Drucker kam zur Regenzeit an, keine optimale Bedingung. Aber er kann die Feuchtigkeit messen und die Mischung der ausgedruckten Betonstreifen daran auch während der Veränderungen am Tag anpassen.

Die Materialien zum Druck sollen aus der Umgebung stammen, Abfall soll keiner entstehen. Hervorgehoben wird, dass Häuser innerhalb von 24 Stunden gedruckt werden. Mit einer Technik können viele Strukturen hergestellt werden: Fundament, Wände, Abdichtung, innere und äußere Ummantelung, Feuchtigkeitsbarriere, bearbeitete Oberflächen etc.

weiterlesen