Zwist um Krippenspiel auf Wormser Weihnachtsmarkt


An einem Krippenspiel in Worms entzünden sich die Gemüter. Da streitet sich die evangelische Luthergemeinde mit der Stadt. Es geht um ein besonderes Krippenspiel, das die Christen auf dem Weihnachtsmarkt aufführen. Was steckt dahinter?

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Wormser „Niebelungen Weihnachtsmarkt“ © Michael Debets (shutterstock)

DOMRADIO.DE: Was ist denn das für ein besonderes Krippenspiel? Erzählen Sie mal, worum geht es da?

Fritz Delp (Pfarrer der evangelischen Luthergemeinde Worms): Wir sagen “Nein zu Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit” und sprechen dann im Wechsel eine Sprechfolge von verschiedenen Zitaten von Hannah Arendt bis hin zu unserem Bundespräsidenten Steinmeier. Auch Bibelzitate sind dabei, die belegen, dass Menschenfeindlichkeit und Antisemitismus keine Möglichkeit in unserer Gesellschaft, in unserem Land, sind.

DOMRADIO.DE: Das heißt, es ist kein gewöhnliches Krippenspiel mit einer Geschichte, die vorgespielt wird?

Delp: Nein, das ist es nicht. Es nennt sich auch alternatives Krippenspiel und wir führen das jetzt schon seit fünf Jahren auf.

DOMRADIO.DE: Was hat die Stadt denn dagegen plötzlich?

Delp: Plötzlich meint die Stadt, es wäre eine unerwünschte politische Aktion, die den Frieden auf dem Weihnachtsmarkt störe. Man muss dazu sagen: Wir wurden bestärkt in unserem Inhalt von einer kleinen Vorgeschichte. Vor einigen Tagen hat die NPD eine Bude auf dem Weihnachtsmarkt für einen Tag gemietet, um dort Propagandamaterial für den sogenannten Tag der deutschen Zukunft, dem sie furchtbarer Weise im nächsten Jahr in Worms verbringen wollen, zu verteilen. Und da haben wir gemerkt, wie brisant, wie aktuell dieses Thema ist. Das hat uns bestärkt, dass in dieser Form zu machen.

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1 Comment

  1. Eine NPD-Bude wird anscheinend widerspruchslos geduldet, gegen ein antifaschistisches alternatives Krippenspiel läuft man Sturm – das lässt verdammt tief blicken.

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