Nancy Pelosi führt die Republikaner vor


Die Republikaner wollen, dass das Amtsenthebungsverfahren im Senat rasch beendet wird, Trump soll so schnell wie möglich frei gesprochen werden. Doch diese Rechnung haben sie ohne die mächtige Demokratin Nancy Pelosi gemacht.

Daniel Friedrich Sturm | WELT

Die Demokratin Nancy Pelosi lässt das Doppelspiel der Republikaner nicht zu, schreibt WELT-US-Korrespondent Daniel Friedrich Sturm Quelle: REUTERS/Jonathan Ernst; Claudius Pflug

Seit Mittwoch, kurz nach 20 Uhr, ist Donald J. Trump angeklagt, weil er sein mächtiges Amt für persönliche Zwecke missbraucht und den amerikanischen Kongress bei seiner Arbeit behindert hat. Die Entscheidung des Repräsentantenhauses ist konsequent – auch wenn die vorherige Debatte ermüdend verlief und gewiss kein Aushängeschild für Amerikas Demokratie war. Fast alle Argumente waren bekannt, die meisten Redner beider Parteien haben redundante Sätze aus dem Floskel-Satzbaukasten heruntergeleiert.

Trump aber ist der erst dritte Präsident der USA, gegen den ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet worden ist. Auch wenn so viel für ein Scheitern dieses Impeachments im Senat spricht, so sehr muss Trump künftig mit dem Makel der Anklage leben.

Da er in diesen Tagen noch mehr wütet als ohnehin üblich, scheint ihn die Sache mitzunehmen. Ein Hoch auf die amerikanische Verfassung! Trump kann das Votum des Repräsentantenhauses nicht annullieren, sich nicht davon frei kaufen, nicht einmal, indem er seinen persönlichen Anwalt Rudy Giuliani auf dubiose Reisen schickt.

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