Weihnachtsmann statt Christkind: Religionsfrei Weihnachten feiern muss auch erlaubt sein


Wir Ungläubigen sollten aufhören, so zu tun, als begingen wir an Weihnachten ein christliches Fest. Denn auch vor Jesus wurde zu der Jahreszeit schon gefeiert. Die Kolumne.

Katja Berlin | Frankfurter Rundschau

Ich war gerade in Bochum und wie es gute alte Dezembertradition ist, wurde ich dort bei einem Smalltalk gefragt, was ich Weihnachten so vorhabe.

Ich antwortete, dass ich an Heiligabend den Weihnachtsmann für meine Nichten und Neffen spiele. Bevor ich meine weitere Planung für die Festtage ausführen konnte, unterbrach mich mein Gegenüber mit der Frage, wieso ich eine kapitalistische Coca-Cola-Erfindung unterstütze. Es müsse doch das Christkind kommen, alles andere widerspreche dem religiösen Charakter des Festes. Ich erwiderte, dass der Weihnachtsmann nicht von Coca-Cola erfunden wurde und das Christkind auch im katholischsten Bayern eher Nintendo-Konsolen und Douglas-Gutscheine bringt als Nüsschen und gute Wünsche. Dann dachte ich aber ein paar Tage darüber nach und würde heute anders antworten. Ja, der Weihnachtsmann ist ziemlich unreligiös, aber gerade deshalb ist er so gut für Berliner Weihnachten geeignet.

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