Als das H-Bomben-Rezept verschwand


Es klingt wie aus einem Agentenfilm: 1953, mitten im Kalten Krieg, verlor ein US-Physiker das streng geheime Rezept für die Zündung einer Wasserstoffbombe bei einer Zugfahrt. Er ließ den Umschlag kurz in der Zugtoilette liegen und wenig später war er weg. Wie es zu diesem unglückseligen Vorfall kam und welche Folgen dies hatte, hat nun ein Historiker anhand von kürzlich freigegeben FBI-Akten rekonstruiert.

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Test der Wasserstoffbombe „Ivy Mike“ im Oktober 1952 im Bikini-Atoll. Wenig später verlor der US-Physiker das geheime Rezept für den Zündungsmechanimus in einem Zug. © Department of Energy

Das US-Atomprogramm und die aus ihm hervorgehende Entwicklung der Wasserstoffbombe war Anfang der 1950er Jahre eines der am strengsten gehüteten Geheimnisse der USA. Denn zu dieser Zeit wussten nur einige US-Physiker, wie man eine thermonukleare Bombe zünden kann – eine Bombe, deren explosive Energie nicht aus der Kernspaltung, sondern aus der Kernfusion stammt. 1952 demonstrierte ein erster Test im Bikini-Atoll die Machbarkeit dieses von Edward Teller und Stanislaw Ulam entwickelten Designs.

„Der Schlüssel des sogenannten Teller-Ulam-Design bestand darin, dass man die Röntgenstrahlung einer explodierenden Atombombe benötigte, um das Material der Bombe zu extremer Dichte zu komprimieren“, berichtet der Wissenschaftshistoriker Alex Wellerstein vom Stevens Institute of Technology in New Jersey.

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