Brasilien: Jesu Liebhaber und die Brandbomben


  • Brasilianische Komiker stellen eine Weihnachtskomödie her, in der Jesus homosexuell ist.
  • Am 24. Dezember geht das Büro ihrer Produktionsfirma in Flammen auf.
  • Der Brandanschlag ist eine weitere Eskalation im Kulturkampf mit der rechten Regierung von Präsident Bolsonaro.

Christoph Gurk | Süddeutsche Zeitung

Foto: AFP In der diesjährigen Weihnachtskomödie ist Jesus homosexuell und bringt seinen neuen Freund mit nach Hause.

Es war früh am Morgen des 24. Dezembers, als die erste Brandbombe flog. Kurz darauf loderten die Flammen hoch auf an den Büros der Produktionsfirma „Porta dos Fundos“ in Rio de Janeiro. Nur das beherzte Eingreifen eines Wachmanns konnte wohl Schlimmeres verhindern. Er löschte den Brand, niemand wurde verletzt und die Fassade des Gebäudes nur ein wenig angekohlt.

Der Rauch hat sich längst verzogen, der Schock allerdings sitzt noch tief. Denn viele brasilianische Kulturschaffende sehen in dem Anschlag eine weitere Eskalationsstufe in einer Auseinandersetzung, die man am besten mit dem Wort „Kulturkampf“ beschreiben kann: Fundamentalisten gegen Fortschrittliche, Konservative gegen Künstler, Rechts gegen Links.

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