Deutschland sorgt sich um den EU-Türkei-Deal – wieder einmal


Erdogan droht, Deutschland soll wieder um das Flüchtlingsabkommen fürchten. Doch die neuen Flüchtlinge sind ohnehin nicht die aus Syrien, für die es gilt.

Andrea Dernbach | DER TAGESSPIEGEL

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird laut einer Meldung der „Süddeutschen Zeitung“ im kommenden Monat nach Ankara  reisen, um das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei zu retten. Hintergrund sind offenbar eine wachsende Zahl von Flüchtlingen an der türkischen Südgrenze und auf den griechischen Inseln. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte zudem Europa vor einer neuen Migrationswelle nach Europa gewarnt.

Den Zuzug von etwa 80.000 Menschen, die durch die Bombardements aus der syrischen Provinz Idlib vertrieben worden und auf dem Weg zur türkischen Grenze seien, werde die Türkei „nicht alleine schultern können“, und „alle europäischen Länder, insbesondere Griechenland, werden die negativen Folgen zu spüren bekommen“, so Erdogan. Es werde „unvermeidlich“ zu einer Situation wie vor dem 2016 geschlossenen Pakt mit der EU kommen. Erdogans Regierung führt selbst Krieg in Nordsyrien. Nach UN-Angaben von diesem Freitag sind wegen der Kämpfe in Nordsyrien derzeit 235.000 Menschen auf der Flucht.

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