In Italien darf Cannabis jetzt zuhause angebaut werden


Italiens Oberstes Gericht erlaubt erstmalig den Cannabisanbau in Kleinstmengen. Linke Politiker begrüßen das Urteil, die Lega Nord kündigt Widerstand an.

Paul Gäbler | DER TAGESSPIEGEL

Der Anbau von Cannabis zu Hause ist nicht mehr strafbar, wenn es sich um kleine Mengen für den Eigenbedarf handelt. Dies entschied das Oberste Gericht in Rom kurz vor Weihnachten, wie italienische Medien am Freitag berichteten. Das Urteil stellt ein Novum in der italienischen Rechtsprechung dar. Besitz und Konsum der Drogen stehen in Italien nicht unter Strafe, Anbau und Verkauf allerdings schon. Auch der Konsum außerhalb der eigenen vier Wände ist nicht gestattet. Die italienische Tageszeitung La Stampa kommentierte, mit dem Urteil sei eine „italienische Anomalie“ überwunden.

Politiker der Linken und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung begrüßten das Urteil. Der frühere Innenminister Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega Nord äußerte sich ablehnend. „Die Lega wird den Drogenhandel und die Verbreitung von Drogen jederzeit und überall bekämpfen“, wurde er in italienischen Medien zitiert. Der Präsident der Region Venetien, Massimiliano Fedriga sagte, die übrigen Parteien seien in dieser Frage ideologiegesteuert. „Unsere Haltung ist keine ideologische, sondern eine praktische.“

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