Kretschmann: „Wir müssen alles dafür tun, dass wir Autoland bleiben“


Baden-Württembergs Ministerpräsident wirft der Regierung vor, Deutschlands wirtschaftliche Zukunft zu riskieren. Die Autobranche sei „Pfeiler des Wohlstands“.

Cordula Eubel, Stephan Haselberger | DER TAGESSPIEGEL

Herr Kretschmann, Sie machen seit vier Jahrzehnten Politik. Teilen Sie den Eindruck, dass mit dem Jahr 2019 eine Phase der Stabilität in diesem Land zu Ende geht?
Trump, Bolsonaro, Kaczinski: Die ganze Welt ist in dramatischer Weise instabil geworden. Auch bei uns sind die liberale Demokratie und die offene Gesellschaft in Gefahr.

Wird 2020 für Deutschland ein Jahr der Umwälzungen und Brüche, politisch, wirtschaftlich, sozial?
Damit es nicht zu harten Brüchen kommt, müssen wir den Kampf gegen die Erderwärmung entschlossen aufnehmen. Der Klimawandel kommt viel schneller über uns, als selbst wir Grüne erwartet hatten. Die Transformation der Automobilindustrie muss ebenso entschieden angegangen werden, wenn wir diesen Pfeiler des Wohlstands in unserem Land in eine gute Zukunft führen wollen. Zugleich müssen wir alles dafür tun, die Kräfte des Zusammenhalts zu stärken, damit unser Land unter diesem enormen Druck stabil und demokratisch bleibt. Der Chef eines wichtigen Konzerns hat kürzlich gesagt: Auf Strukturwandel sind wir in Deutschland vorbereitet, Strukturbrüche können wir nicht. Ich denke, er hat recht.

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