Nach Messerangriff im Pfarrhaus: Friedensgebet und Kundgebung in Aue


Nach einem Messerangriff auf einen Helfer bei einer Weihnachtsfeier in Aue hat die Kirchgemeinde ein Friedensgebet abgehalten. Am gleichen Abend hatte ein NPD-Politiker zu einer Kundgebung aufgerufen.

mdr Sachsen

Bildrechte: Niko Mutschmann

Mit einem Friedensgebet hat sich die Kirchgemeinde Aue gegen die Instrumentalisierung eines Messerangriffs auf einer Weihnachtsfeier gewehrt, bei der ein Helfer schwer verletzt wurde. An dem Gebet nahmen laut Polizei rund 500 Menschen teil, darunter auch Pfarrer und Mitglieder von Nachbargemeinden. Nach Angaben eines MDR-Reporters war die Kirche gut gefüllt.

Superintendent Dieter Bankmann sagte, die Botschaft des Friedens habe es schwer. Das Geschehene werde für fremdenfeindliche Propaganda ausgenutzt. Zwar sei die Angst der Menschen verständlich, das Schüren der Angst jedoch verwerflich.

Wir beten um Frieden, um eine Sprache ohne sinnlosen Hass.

Superintendent Dieter Bankmannn

In einer Stellungnahme der St.-Nicolai-Kirchgemeinde im Internet hieß es bereits im Vorfeld: „Wir verwahren uns dagegen, diese Straftat zum Anlass zu nehmen, alle Fremden als potenzielle Gewalttäter zu betrachten. Denn dieser schrecklichen Tat eines Migranten stehen ungezählte gute Erfahrungen mit Migranten entgegen.“ Die Gemeinde betonte zugleich, die Tat lasse sich durch nichts entschuldigen.

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