Der WDR, die Wutbürger und meine Oma


WDR-Intendant Tom Buhrow sagt „Sorry“. In einer WDR2-Sondersendung. Wow! Da muss ja etwas mächtig schiefgelaufen sein!

Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Symbolbild: Pixabay License

Nun, eigentlich nicht. Dann aber umso mehr. Folgendes war geschehen: Der WDR hatte einen Kinderchor gezeigt, der das Lied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ in augenzwinkernder Neufassung gesungen hat. Da hieß es dann:

„Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett, ein Kotelett, ein Kotelett, weil Discounterfleisch so gut wie gar nix kostet. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau. Meine Oma fährt mit ‚m SUV beim Arzt vor, beim Arzt vor, beim Arzt vor. Überfährt dabei zwei Opis mit Rollator. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau.“

Man kann das lustig finden. Man kann das doof finden. Es kann einem egal sein. Oder man kann sich angegriffen fühlen und sich drüber empören. Alles legitim. Auf der Facebook-Seite des WDR entlud sich allerdings – zugegeben: das war zu erwarten – mal wieder der berufsempörte Wutbürgerchor, freilich unter kräftiger Beteiligung aus der braunen Ecke (die nun auch noch vor der WDR-Zentrale in Köln ‚demonstrieren‘ will).

Schließlich schaltet sich via Twitter auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ein: Der WDR habe Kinder „instrumentalisiert“, er spricht von „Jung gegen Alt“ und „Generationenkonflikt“, Ruprecht Polenz bläst ins selbe Horn, beide helfen kräftig mit, eine Banalität, einen kleinen Gag zum großen Drama aufzublasen. Passiert ja sonst nichts Weltbewegendes zwischen den Jahren…

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