Die Kirche in den 2010ern: Ein Jahrzehnt des Grauens und der Krise


Die katholische Kirche steckt in einer tiefen Krise, von der das abgelaufene Jahrzehnt geprägt war. Skandale, Missbrauch, Vertrauensverluste und ein Kulturbruch im alten Kerngebiet Westeuropa sind die Ursachen. Ein Rückblick.

Alexander Brüggemann | katholisch.de

Januar 2010 bis Dezember 2019 – was für ein zweites Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts! Es begann mit dem Arabischen Frühling, der trügerischen Hoffnung auf eine baldige Demokratisierung der Arabischen Welt. Das Ergebnis waren neue Kriege und neue Diktaturen. Als Kollateralschaden ist das Christentum im Nahen Osten in weiteren Ländern verstümmelt, womöglich dem Untergang geweiht. Viele Kirchenvertreter fühlen sich auch von den Mitchristen im Westen im Stich gelassen.

Papst Benedikt XVI. – zu Beginn des Jahrzehnts am Ende seiner Kräfte, überfordert mit dem Ausmisten im Vatikan: Finanzskandale, „Vatileaks“, die Rede von einer „Schwulen-Lobby“. Mit fast 86 Jahren ging er im Spätwinter 2013, um Platz für einen anderen, kräftigeren zu machen – und die Kardinäle votierten für einen Neuanfang und Reformen. Eine „franziskanische Wende“, so wurde das bald genannt. Eine Zeit der Hoffnung, des Aufbruchs, des unerwarteten Jubels für das Papsttum über die Kirchengrenzen hinweg.

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