Die Kirche und der Alkohol – Ein Streifzug durch die Geschichte


Erst der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, dann Sekt, Bier, Wein und Schnaps an den Feiertagen und zu Silvester: Die Wochen am Jahresende sind nicht unbedingt für Abstinenzler gemacht. Doch wie steht eigentlich die Kirche zum Thema Alkohol?

Tobias Glenz | katholisch.de

„Wacht auf, ihr Betrunkenen, und weint! Jammert alle, ihr Zecher!“ (Joël 1,5). Vordergründig warnt der alttestamentliche Prophet Joël an dieser Stelle vor den Folgen einer Heuschreckenplage – die Weinreben sind zerstört, es gibt künftig nichts mehr zu trinken. Doch lassen sich diese Worte auch leicht als göttliche Warnung vor (übermäßigem) Alkoholkonsum verstehen: Der „Zecher“ hat bei Gott nichts zu lachen. Muss man sich als gläubiger Mensch also Sorgen machen, wenn man hin und wieder etwas tiefer ins Glas schaut?

Die Heilige Schrift scheint zum Thema Alkohol kein einheitliches Bild zu zeichnen. An manchen Stellen wird der Konsum in ein negatives Licht gerückt und nahezu verteufelt. Andere Passagen der Bibel wiederum sprechen durchaus positiv vom Alkohol.

„Gesell dich nicht zu den Weinsäufern“, heißt es im Buch der Sprichwörter (Spr 23,20); „Berauscht euch nicht mit Wein – das macht zügellos“, mahnt auch der Apostel Paulus (Eph 5,18). Solche Warnungen kommen nicht von ungefähr, denn Alkohol hatte zu biblischen Zeiten mehrfach Unheil angerichtet. So führte der Konsum beispielsweise zu Inzucht, als die Töchter Lots von ihrem betrunkenen Vater schwanger wurden (Gen 19,31-38).

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