Erdogan will demnächst Truppen nach Libyen entsenden. Seine syrischen Söldner sind offenbar bereits vor Ort


Ankara will den Fall der mit ihr verbündeten international anerkannten Regierung verhindern. Mehrere hundert Syrer sollen bereits in Libyen im Einsatz sein.

Inga Rogg | Neue Zürcher Zeitung

Einst traten die Rebellen in Libyen und in Syrien für Freiheit und Demokratie in ihren Ländern an. Doch davon ist heute nur noch wenig geblieben. Stattdessen bestimmen in beiden Ländern ausländische Mächte die Geschicke. Dabei spannen sie einstige Rebellen vor ihren Karren und haben auch keine Skrupel, ausländische Söldner zu verpflichten. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten tun dies in Libyen schon länger. Beide unterstützten General Khalifa Haftar, der seit April die Hauptstadt Tripolis belagert, wo die international anerkannte Regierung ihren Sitz hat.

Nach Angaben der in Genf ansässigen Menschenrechtsorganisation Euro-Mediterranean Human Rights Monitor erhielten Haftars Einheiten diesen Monat Verstärkung durch Hunderte von Söldnern aus dem Sudan. Inzwischen kämpften fast 3000 Sudanesen auf der Seite des Kriegsfürsten, erklärte die Organisation vor wenigen Tagen. Darüber hinaus wird Haftar von Söldnern der berüchtigten russischen Wagner-Gruppe unterstützt, wie am Wochenende aufgetauchte Videoaufnahmen zeigen.

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