Rassistische Gewalt gegen Kinder – Völlig enthemmt


Jeden zweiten Tag wird in Deutschland ein Kind rassistisch angegriffen. Beratungsstellen gegen rechts sind entsetzt – aber nicht überrascht.

Katharina Schipkowski | taz

Alle moralischen Hemmungen hinter sich gelassen: Rechte Angriffe auf Kinder häufen sich. Foto: dpa

Mindestens an jedem zweiten Tag wird in Deutschland ein Kind rassistisch angegriffen. Der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt hat in den fünf ostdeutschen Bundesländern und Berlin 250 rassistische Angriffe auf Kinder und Jugendliche im Jahr 2018 gezählt. Für 2019 liegen noch keine Zahlen vor, aber allein in den vergangenen Wochen sorgten mehrere derartige Übergriffe für bundesweite Empörung.

Am 17. Dezember hat ein etwa 70-jähriger Mann in Dresden einen vierjährigen Jungen angegriffen. Die Mutter, die ein Kopftuch trug, hatte ihren Sohn gerade aus der Kita abgeholt, als der Mann sie rassistisch bepöbelte und gegen das Laufrad des Jungen trat, sodass dieser hinfiel. Die Mutter schaffte es, den fliehenden Mann von hinten zu fotografieren, die Polizei ermittelt.

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