Die Brände in Australien hinterlassen das Land wie die Kulisse eines Katastrophenfilms


Die Buschfeuerkrise in Australien hält an. Für das Wochenende werden erneut Extremtemperaturen erwartet. In der Bevölkerung wächst der Unmut über die Klimapolitik der Regierung unter Premierminister Scott Morrison.

Urs Wälterlin | Neue Zürcher Zeitung

Das Ausmass der Brandzerstörungen, die sich bis in die Ferienregion Gippsland ziehen, ist noch nicht abzuschätzen. Stringer/Reuters

Die Hitze der Feuerwalze war so intensiv, dass die Aluminiumfelgen der Autos in die versengte Erde schmolzen, wie Quecksilber aus einem zerbrochenen Fieberthermometer. Eine Szene vom Mittwoch aus Cobargo, einer kleinen Siedlung im bewaldeten Hinterland der Südküste des Bundesstaates New South Wales, südlich von Sydney. Die Ruinen abgebrannter Häuser stehen im orangen Licht der vom Rauch verdunkelten Sonne. Ausgeglühte Fahrzeuge, in denen sich die Windschutzscheibe in den Flammen verflüssigt hat und das Steuerrad bedecken.

Und dann die Menschen: traumatisiert, fassungslos. Wie Gespenster wandeln sie zwischen den Ruinen ihrer Existenz und suchen nach Erinnerungen. Manchmal ist es nur eine Tasse, die sie finden, oder ein Teelöffel. Wie Barbara und Dave Rugendyke. Zehn Jahre lang hätten sie hier gelebt, erzählen sie den Journalisten, als Pensionierte. Sie bauten sich ihr Paradies, ihr stilles Glück. Ein Haus, ein paar Nebengebäude. Sogar ein Baumhaus für die Kinder und natürlich eine Werkstatt für Dave. Am Neujahrstag wurde alles zu Asche.

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