Türkei will Mitsprache bei Ausbeutung von Erdgasfeldern


Ankara entsendet Truppen nach Libyen. Dabei geht es der Türkei im Kern nicht um den Konflikt in Nordafrika, sondern um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer.

Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Als selbstlose Hilfsaktion für Libyen verkauft die türkische Regierung die geplante Truppenentsendung in das nordafrikanische Land. Ankara könne die Augen vor dem Unrecht in Libyen nicht verschließen und sei „zu allen Aufgaben bereit“, sagte Verteidigungsminister Hulusi Akar vor der Parlamentsabstimmung über den Auslandseinsatz, die für diesen Donnerstag geplant ist. Doch im Kern geht es der Türkei nicht um den Konflikt in Libyen. Die Regierung will vor allem ihre Position im Streit um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer stärken.

Die Truppenentsendung zur Unterstützung der Einheitsregierung in Libyen gegen den Rebellengeneral Khalifa Haftar könnte nach der Parlamentsentscheidung schon in den kommenden Tagen beginnen. Türkischen Presseberichten zufolge stehen Spezialeinheiten der Armee schon bereit. Aus türkischer Sicht drängt die Zeit: Haftars Truppen hatten in jüngster Zeit dank Unterstützung aus Russland, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten vorrücken können.

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