Das Ende des «Schattengenerals»


Kassem Soleimani brach mit 13 die Schule ab, wurde erst Bauarbeiter und dann einer der mächtigsten Strippenzieher Irans. Seine strategische Ambitionen beschränkten sich dabei nicht auf den Nahen und Mittleren Osten.

Judith Kormann | Neue Zürcher Zeitung

Dem mächtigen Strippenzieher Kassam Soleimani wurden in den letzten Jahren auch politische Ambitionen nachgesagt. Bild: EPA

Er war einer der mächtigsten Männer im Nahen und Mittleren Osten. In der Nacht zum Freitag wurde der iranische General Kassem Soleimani im Irak getötet, jenem Land, in dem er seine erste Auslandsoperation geführt hatte. Der 62-Jährige starb durch einen amerikanischen Drohnenangriff auf dem Gelände des internationalen Flughafens in Bagdad.

Mehr als 20 Jahre lang befehligte Soleimani die Kuds-Einheit, die für Auslandseinsätze zuständige Organisation der iranischen Revolutionswächter. Er baute Irans militärischen Einfluss in Staaten wie Syrien und dem Irak aus und festigte die «Achse des Widerstands» – ein schiitisches Netzwerk dem neben proiranischen Milizen im Irak, Syrien und Jemen, auch die Hizbullah im Libanon angehört, und das sich vordergründig als Zusammenschluss gegen Israels und Amerikas Politik in der Region versteht.

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