Vor 70 Jahren erklärte Ben Gurion Jerusalem zur Hauptstadt Israels


Am 4. Januar 1950 erklärte der damalige Staatschef David Ben Gurion den Westteil Jerusalems zur Hauptstadt Israels. Dabei stand die Stadt König Davids eigentlich für das religiöse Judentum und nicht für die säkulare Bewegung des politischen Zionismus.

Matthias Bertsch | Deutschlandfunk

„Das israelische Parlament nahm am Montag eine Vorlage an, durch die Jerusalem zur Hauptstadt Israels proklamiert wird.“

Diese Meldung vom 23. Januar 1950 wurde international kaum wahrgenommen, genau wie die Entscheidung, die dem Beschluss vorangegangen war. Am 4. Januar hatte Ministerpräsident David Ben Gurion auf einer Kabinettssitzung Jerusalem zur Hauptstadt Israels erklärt. Damit machte er vor allem eines deutlich: Israel fühlte sich nicht mehr an das gebunden, was der UN-Teilungsplan für Palästina von 1947 in puncto Jerusalem vorgesehen hatte. Die Stadt sollte gemeinsam mit Bethlehem als so genannter Corpus Separatum unter UN-Hoheit als internationales Territorium verwaltet werden – sagt Rainer Zimmer-Winkel vom Deutsch-Israelischen Arbeitskreis für Frieden im Nahen Osten.

„Schon in diesem Teilungsplan ist eigentlich klar, dass man sich über Jerusalem nicht einigen kann. Deshalb zieht man diesen ganzen Corpus ja auch raus aus der Debatte und sagt: Für die absehbare Zeit wird eine Internationalisierung sein, und da bleiben wir auch als Völkergemeinschaft.“

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