Als die Niederländer den Zölibat abschafften


Das Abstimmungsergebnis war ein Paukenschlag: Vor 50 Jahren entschied das niederländische „Pastoralkonzil“, dass katholische Priester nicht mehr ehelos leben müssen. Doch Rom zog nicht mit. Das hatte chaotische Zustände zur Folge – mit Auswirkungen bis heute.

Ludwig Ring-Eifel | katholisch.de

Das Abstimmungsergebnis war überwältigend: Mit 90 zu 6 Stimmen votierte das „Pastoraal Concilie“ der Niederlande in Noordwijkerhout für die Abschaffung der Jahrhunderte alten Zölibatsvorschrift für katholische Priester. „Für künftige Priester soll das Zölibat nicht mehr verpflichtend sein“, lautete der Beschluss. Aber er hatte zwei Schönheitsfehler: Der Apostolische Nuntius Angelo Felici hatte unmittelbar vor der Abstimmung unter Protest den Saal verlassen. Und die meisten anwesenden Bischöfe enthielten sich der Stimme – und das, obwohl sie damals noch fast geschlossen zu den progressivsten katholischen Oberhirten der Weltkirche zählten. Trotz der Enthaltung erklärten sie sich unter Führung des Utrechter Kardinals Bernard Jan Alfrink bereit, das Ergebnis in Rom vorzutragen.

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