Zur Flucht ist es zu spät


Die Kritik an einer halbherzigen Brandbekämpfung richtet sich vor allem gegen Ministerpräsident Morrison. Viel zu spät erklärte er die Buschfeuer zu einer nationalen Angelegenheit – und gab sich mit seinem „Krisenmanagement“ der Lächerlichkeit preis.

Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Buschbrand am Ufer des Canjola-Sees Bild: dpa

Die Brände im australischen Busch vernichten eine einzigartige Landschaft und eine ebenso einzigartige Tierwelt. Nicht nur Australiens ikonische Beuteltiere wie Koalas, Kängurus und Wombats sind Opfer der Flammen. Auch Reptilien, Insekten und Vögel, sowie Nutztiere wie Schafe und Rinder verenden im Feuer. In malerisch abgelegenen Siedlungen Victorias, den bergigen Hinterhöfen Sydneys und den beliebten Urlaubsorten an der Südostküste müssen Tausende Menschen gerettet und umgesiedelt werden.

Bei vielen taucht in diesen Tagen in den Notfall-Apps gar die Warnung auf: „It is too late to leave.“ Zum Flüchten ist es nun zu spät. Seit Wochen und Monaten stemmen sich Anwohner, Rettungskräfte und freiwillige Feuerwehrleute unermüdlich gegen die Feuersbrunst. Sie kämpfen um jedes einzelne Haus, müssen aber immer wieder vor den Flammen kapitulieren. Mehr als 1500 Häuser sollen schon zerstört sein, die genaue Zahl kennt niemand. Mindestens 24 Menschen sind seit Beginn der Brände getötet worden.

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