Plan von Seehofer: Passfotos nur noch unter staatlicher Aufsicht


Das Bundesinnenministerium will Ausweisdokumente sicherer machen – zum Leidwesen der Fotohändler. Günstig ist der Plan nicht gerade.

Julia Löhr | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Muster des neuen Personalausweises zeigen in Berlin in der Bundesdruckerei das Passfoto von Erika Mustermann (Bild aus 2010). Bild: dapd

Es ist eine eingeübte Routine: Wer auf dem Bürgeramt einen neuen Pass oder Personalausweis beantragen will, muss vorher Passfotos machen lassen. Entweder im Fotofachhandel oder im Automaten – je nach Budget und ästhetischem Anspruch. Doch damit wird es nach den Plänen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bald vorbei sein. Er plant ein neues Gesetz, wonach Passfotos nur noch „vor Ort unter Aufsicht der Passbehörde“ aufgenommen werden dürfen.

Das Ministerium begründet das mit mehr Sicherheit. Mittels „Morphing“ könnten Fotos heute so manipuliert werden, dass mehrere Porträtaufnahmen zu einer verschmolzen würden. Die Folge: Mit einem solchen Pass „kann nicht nur der Passinhaber, sondern unter Umständen auch eine weitere Person, deren Gesichtszüge im Passbild enthalten sind, den Pass zum Grenzübertritt nutzen“, heißt es in dem Gesetzesentwurf, der der F.A.Z. vorliegt. „Die Funktion des Passes als Dokument zur Identitätskontrolle ist damit im Kern bedroht.“

weiterlesen

1 Comment

Kommentare sind geschlossen.