Bündnis von digitalen Bürgerrechtsorganisationen fordert Verbot automatisierter Gesichtserkennung


Bundesinnenministerium will Gesichtserkennung an zahlreichen Bahnhöfen und Flughäfen installieren

Florian Rötzer | TELEPOLIS

In den USA haben einige Städte wie San Francisco Gesichtserkennung verboten. US-Abgeordnete wollen deren Einsatz zumindest begrenzen, um Entwicklungen wie in China zu verhindern (In den USA gibt es relativ zur Bevölkerung mehr Überwachungskameras als in China). China ist „Vorbild“ auch für den Westen, was den Einsatz von anlassloser Überwachung und Verfolgung durch Gesichtserkennung betrifft (Chinesische Roboter mit Gesichtserkennung). Das hat, wie Hongkong zeigt, unmittelbar Auswirkungen auf die Wahrnehmung von fundamentalen Bürgerrechten und dem Aufenthalt im öffentlichen Raum (Demonstranten versuchen Überwachung auszuschalten).

Bevor Gesichtserkennung punktuell und dann flächendeckend auch bei uns eingeführt wird und dann kaum mehr rückgängig gemacht werden kann, ist jetzt höchste Zeit, vor einer massiven Einführung die Folgen zu diskutieren und danach überlegt und in Ruhe eine Entscheidung zu treffen, ob ein Verzicht nicht einen gesellschaftlichen Fortschritt bedeuten könnte.

Weil Telepolis die Einführung der Gesichtserkennung für einen weiteren entscheidenden und gefährlichen Schritt in Richtung einer Überwachungs- und Kontrollgesellschaft erachtet, veröffentlichen wir den Aufruf für ein Verbot automatisierter Gesichtserkennung von Bürgerrechtsorganisationen. Sie wenden sich konkret gegen die Absicht des Bundesinnenministeriums, an 135 Bahnhöfen und 14 Flughäfen Gesichtserkennung zu installieren. An einem entsprechenden Entwurf zur Novellierung des Bundespolizeigesetzes wird gearbeitet.

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