Dieses Buch verkauft esoterische Gemeinplätze als revolutionäre Ideen


Christian Felbers neues Buch liest sich wie die Persiflage einer Fundamentalkritik der „Mainstream-Ökonomie“. Leider meint er es ernst. Eine Rezension.

Oliver Rottmann | DER TAGESSPIEGEL

„This is not economy“ kritisiert auch die Lehre an den Universitäten.Foto: dpa

Glaubt man dem Autor Christian Felber, steckt die ökonomische Theorie in einer tiefen Krise: Fehlende Prognosefähigkeit, gestriges Mainstream-Denken an Universitäten oder ökonomische Politikberatung, die zur Marktradikalität führe, lauten Felbers Vorwürfe in seinem aktuellem Buch „This is not Economy“ oder noch verkürzter: Die ökonomische Disziplin schadet der Gesellschaft.

Sie predige den Kapitalismus des späten 19. Jahrhunderts (Neoklassik), behauptet er, hofiere einen gefühlskalten Nutzenmaximierer – den Homo oeconomicus – und blende jedwede plurale Theorie aus, folglich auch alle gesellschaftlichen Strömungen außerhalb der Märkte wie Genderfragen oder ökologische Nachhaltigkeit.

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