Was der Apfel mit dem Christentum zu tun hat


Der 11. Januar ist der „Tag des deutschen Apfels“. Auch zur Bildgeschichte des Christentums gehört der Apfelbaum fest dazu. Dabei handelt es sich aber eigentlich nur um ein sprachliches Missverständnis.

Felix Neumann | katholisch.de

Gleich mehrfach haben Maler wie Jacob Jordaens und Lucas Cranach der Ältere die berühmte Paradiesszene gemalt: Adam und Eva, nackt, die Scham wenn überhaupt nur von Blättern bedeckt, vor dem Baum der Erkenntnis, Eva reicht Adam die Frucht, von der sie abgebissen hat: einen Apfel.

Der Baum der Erkenntnis als Apfelbaum gehört fest zur Bildgeschichte des Christentums. In der Bibel steht zur Botanik des Paradieses generell wenig. Die Blätter, mit denen Adam und Eva ihre Blöße bedecken, sind Feigenblätter. Aber was da am Baum der Erkenntnis wächst, das wird nur als „Frucht“ identifiziert. Dass es sich dabei um Äpfel handeln soll, geht wohl auf ein lateinisches Wortspiel zurück. „Malum“ kann zweierlei heißen: Mit kurzem „a“ das Böse, mit langem Vokal „Apfel“. Wenn der Apfel im Alten Testament auftaucht, dann eher in positiven Kontexten. Im Hohelied wird der besungene Geliebte als Apfelbaum besungen, und das Buch der Sprichwörter kennt diese Weisheit: „Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.“

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