Debatte um „Deutschen Islam: “Zwischen Koran und Grundgesetz


Mehr als vier Millionen Muslime leben in Deutschland. Die Bundesregierung will, dass diese Menschen eine deutsche Variante des Islams entwickeln. Religionsexperten unterstützen die Idee, junge Muslime zeigen Initiative – doch etablierte Islamverbände leisten Widerstand.

Ulrich Pick | Deutschlandfunk

Die Zentralmoschee der Ditib in Köln, der Verband steht wegen seiner Nähe zur Türkei in der Kritik (imago / Jan Tepass)

„Unser Wunsch ist, dass die in Deutschland lebenden Muslime eine in der deutschen Sprache, in der deutschen Kultur wurzelnde eigene Interpretation ihres Glaubensdaseins, ihrer kulturellen Selbstbestimmung entwickeln und umsetzen. Und das wäre dann im Endeffekt eben ein deutscher Islam“, sagt Markus Kerber. Er ist Staatssekretär im Bundesinnenministerium und gilt als die treibende Kraft der Deutschen Islamkonferenz. Denn seit ihrem Start im Jahr 2006 laufen in seinen Händen die Fäden des Dialog-Treffens zusammen.

Für die Vierte Deutsche Islamkonferenz, die im November 2018 eröffnet wurde, hat der gebürtige Schwabe einen zentralen Begriff geprägt, der nun – so hofft er – nach und nach realisiert werden soll: „Deutscher Islam“. „Darunter verstehe ich einen von den in Deutschland lebenden Muslimen geprägten, von ihnen getragenen und durch sie bestimmten Islam. Es geht also darum, die Mitbürger, die in Deutschland dem Islam angehören, dass die die Hauptträger sind einer Entwicklung, wie sie alle Religionen in Deutschland über die letzten Jahrhunderte erlebt haben.“

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