Mangel an Beweisen


Der Harvard-Professor und renommierte Ernährungswissenschaftler Richard Wrangham vertritt eine steile These. Er behauptet: Die archaische Menschheit habe sich selbst zu relativ friedlichen Wesen gezähmt, indem sie über viele Generationen immer wieder die Aggressivsten durch Todesstrafe aus dem Genpool entfernt habe.

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Zugleich seien allerdings – durch die stetige Gewöhnung an das geplante Töten von Artgenossen – der Krieg und weitere kollektive Gräueltaten in die Welt gekommen.

Das klingt spannend. Aber der Autor schafft es nicht, seine zentralen Thesen plausibel zu belegen. Obendrein verstrickt er sich in Ungereimtheiten. Zum Beispiel: Die vor etwa 300 000 Jahren begonnene Selbstzähmung lasse sich an Skelettvergleichen ablesen. Ähnlich, wie Hunde feingliedriger und ihre Schädel kindhafter wurden als die ihrer wölfischen Vorfahren, zeige sich dieser „Domestikationseffekt“ auch vom Neandertaler zum Menschen.

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