Tödliche Stille – auch nach den Feuern ringen Tiere in Australien ums Überleben


Verbrannte Kadaver, Koalas mit angeschmortem Fell: Unzählige Tiere sterben und leiden in den Bränden Australiens. Für einige Arten ist ungewiss, ob es sie nach der beispiellosen Feuerkatastrophe überhaupt noch geben wird.

Valentin Frimmer, Annett Stein | Neue Zürcher Zeitung

Die verheerenden Brände in Australien bringen zig Milliarden grossen und kleinen Tieren den Tod – auch dann noch, wenn die Feuer längst erloschen sind. «Für die Überlebenden ist es ein gefahrvolles Dasein in den Monaten, die folgen», sagte der Ökologe Michael Clarke von der La Trobe University in Bundoora, Australien, dem Fachmagazin «Nature». Sie müssten Schutz vor Wetterereignissen wie Regen oder sengender Sonne finden, es mangele an Nahrung, und die Tiere könnten sich in der Ödnis nach dem Feuer schlechter vor Räubern wie verwilderten Katzen und Füchsen verstecken.

Bisher sind laut einer Schätzung von Chris Dickman, Ökologe an der Universität Sydney, mindestens eine Milliarde Säugetiere, Reptilien und Vögel bei den Bränden ums Leben gekommen. Hinzu kommen unzählige kleine Lebewesen. «Es ist tödlich still, wenn man nach einem Brand in einen Wald geht», sagte Clarke. Lediglich Aasfresser wie Würgerkrähen und Raben pickten in solch einem Gebiet an verendeten Tieren herum. Es sei eine «schaurige Erfahrung», dort zu sein.

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