"Bereinigte Lehre wäre reine Leere"


Hochschulen müssen Räume der Freiheit sein. Debatten und neue Perspektiven sind gefragt. Daran dürfe nicht gerüttelt werden, schreibt unsere Autorin.

Caroline Fetscher | Forschung & Lehre

Als zwei Nachbarinnen im Treppenhaus ans Plaudern kamen, vor vielen Jahren, reagierte die eine verblüffend brüsk auf eine Bemerkung der anderen. Sie hatte den Spruch „Man tut, was man kann!“ zitiert. Die andere fuhr sie an: „Das will ich nie wieder hören! Mit dem Satz hat mich mal jemand sehr verletzt!“ Heute würde man von einem „Trigger“ sprechen.

Zahllose gesellschaftliche Gruppen haben Begriffe wie „Trigger“ für ihre Zwecke entdeckt, zunächst an Hochschulen im angelsächsischen Raum. So wurde etwa an der Universität Cambridge wegen Szenen sexueller Gewalt vor der Lektüre von Shakespeares „Titus Andronicus“ gewarnt. Inzwischen fordern auch in der Bundesrepublik Studierende immer öfter „Trigger-Warnungen“ für Seminare und Vorlesungen, um potentiell belastende Inhalte meiden oder filtern zu können.

Literatur, Philosophie, Geschichte, Strafrecht? Bitte ohne drastischen Stoff! Der Wunsch entwirft die Universität als „safe space“, als sicheren Raum, wie ein Therapiezimmer. „Triggern“ kann da schon der Name „Kant“. Dessen Philosophie der Aufklärung mutiert für manche zur Zumutung: „Er war ein weißer Mann und vertrat rassistische Ansichten.“ Doch wo führt das hin – und wo kommt der „Trigger“ überhaupt her?

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