“Neger” – ein linguistischer Kommentar


Einem Urteil des Landgerichts Mecklenburg-Vorpommern zufolge verletzt die Verwendung des N-Wortes nicht pauschal die Würde und Ordnung des Hauses. Das ist aus sprachwissenschaftlicher Sicht ein kritischer Fall.

Clara Herdeanu | MiGAZIN

Das vergangene Jahr endete wie das neue Jahr begann: mit hitzigen Debatten – zum Beispiel darüber, ob im Landtag das N-Wort verwendet werden dürfe.1 Kurz vor Weihnachten fällte das Landgericht Mecklenburg-Vorpommern ein Urteil, wonach die Verwendung des N-Wortes nicht pauschal die Würde und Ordnung des Hauses verletze – ein unter anderem aus sprachwissenschaftlicher Sicht kritischer Fall.

Die Vorgeschichte: Wie kam es zu dem umstrittenen Gerichtsurteil

Der AfD-Abgeordnete Nikolaus Kramer hatte Ende Oktober 2018 eine Rede der Linken-Politikerin Karen Larisch mit N-Wort-Zwischenrufen unterbrochen. Seine Wortwahl hatte er anschließend wie folgt begründet: “Das Wort (…) habe ich bewusst gewählt, Herr Ritter, weil ich mir eben nicht vorschreiben lasse, was hier Schimpfwort sei oder was nicht” 2. Vier Wochen später erteilte die zuständige Vizepräsidentin Dr. Mignon Schwenke dem Abgeordneten einen Ordnungsruf. Dieser fühlte sich ungerecht behandelt und wandte sich daraufhin an das zuständige Gericht. Seine Begründung: Das Wort “sei historisch die übliche und unumstrittene Bezeichnung für Menschen mit schwarzer Hautfarbe gewesen.

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