Tödliches Interesse: Ein Parasit macht Mäuse zu Risk-Takern


Mit Toxoplasmose infizierte Nager finden Katzen attraktiv, hiess es jahrelang. Doch lässt sich dieses seltsame Verhalten auf andere Art und Weise besser erklären.

Stephanie Kusma | Neue Zürcher Zeitung

Mäuse sind von Natur aus neugierig. Sie interessieren sich beispielsweise für fremde Objekte oder ihnen unbekannte Orte: Durchaus nützlich, aber in gewissen Situationen auch gefährlich. Entsprechend vorsichtig sind die kleinen Nager – zumindest, solange sie nicht mit dem Parasiten Toxoplasma gondii infiziert sind. Dann werfen sie alle Vorsicht über den Haufen und finden beispielsweise den Geruch von Katzen spannend, wie Experimente gezeigt haben. Das wiederum ist praktisch für den Parasiten. Für ihn ist die Maus nur ein Zwischenwirt. Nur im Verdauungstrakt einer Katze kann Toxoplasma seinen Entwicklungszyklus vollenden und sich sexuell vermehren: Der Parasit manipuliert offensichtlich seinen Zwischenwirt, die Maus, um seine Chancen zu erhöhen, in seinen Endwirt, die Katze, zu gelangen.

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