Sozialethiker über die Bundestagsentscheidung zur Organspende: „Moralisches Gut, für das man zwangsbehelligt werden darf“


Die Bundesbürger sollen künftig stärker zu einer konkreten Entscheidung über Organspenden bewegt werden. Das hat der Bundestag beschlossen. Sozialethiker Andreas Lob-Hüdepohl findet es gut, dass man „zwangsbehelligt“ werde. 

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DOMRADIO.DE: Der Bundestag hat eine moderate Reform der Organspenderegeln in Deutschland beschlossen. Die Bürger sollen künftig mindestens alle zehn Jahre beim Personalausweisabholen auf das Thema angesprochen werden. Einem entsprechenden Entwurf einer Abgeordnetengruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock stimmten 432 Abgeordnete zu. Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?

Andreas Lob-Hüdepohl (Theologe, Sozialethiker und Mitglied des Deutschen Ethikrates): Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ich fand schon den Verlauf der Debatte sehr gut. Es wurden tiefgründige Argumente vorgetragen. Und ich bin sehr zufrieden darüber, dass es dieser Gesetzentwurf geschafft hat – vor allen Dingen mit einer sehr großen Zustimmung. Wenn ich das überschlage, haben zwei Drittel der Abgeordneten des Deutschen Bundestages dafür gestimmt. Das stimmt mich sehr froh.

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