Berufungsklage zu Wittenberger „Judensau“ mit wenig Erfolgsaussichten


Die Berufung gegen ein Urteil zum Verbleib der antisemitischen Schmähplastik an der Wittenberger Stadtkirche wird voraussichtlich wenig Erfolg haben. Der Vorsitzende Richter des Oberlandesgerichtes Naumburg erklärte in der Verhandlung am Dienstag, das Gericht beabsichtige, die Berufung zurückzuweisen.

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Es bestehe kein Zweifel daran, dass das Sandsteinrelief zur Zeit seiner Entstehung dazu diente, Juden verächtlich zu machen. Er verwies aber darauf, dass die mehr als 700 Jahre alte „Judensau“ in ein Gesamtensemble mit einem Mahnmal eingebunden sei. Damit sei eine Beleidigung objektiv nicht mehr gegeben.

Das Urteil wird am 4. Februar um 15 Uhr im Oberlandesgericht Naumburg verkündet. Sollte die Berufungsklage abgewiesen werden, könnte der Kläger noch Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe einlegen, so das Gericht die Revision zulässt.

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