Somalias Öl: Erdoğan will „vorgehen wie in Libyen“


Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat seinen eigenen Angaben zufolge ein „Angebot aus Somalia“ bekommen, „nach Erdöl-Lagerstätten vor der [somalischen] Küste zu suchen“. Da das „segensreich“ für die Türkei sei, würden nun “ Schritte eingeleitet“, das Angebot anzunehmen. Dabei könne man so vorgehen wie in Libyen.

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Die 15 neuen Blocks in tiefen Gewässern vor der somalischen Küste. Grafik: TP

Dort hatte Erdoğan Ende letzten Jahres ein Abkommen mit dem praktisch nur über ein sehr begrenztes Gebiet in Tripolitanien herrschenden Übergangregierungschef Fajis as-Sarradsch geschlossen, das der Türkei die Suche nach Gasvorfeldern in libysch beanspruchten Gewässern erlaubt. Im Gegenzug versprach Erdoğan as-Sarradsch militärische Unterstützung gegen dessen Rivalen Chalifa Haftar (vgl. Libyen: Stellvertreterkrieg um das Mittelmeer).

Dieses Abkommen ist unter anderem deshalb umstritten, weil es griechische und zyprische Ansprüche außen vor lässt. Selbst die geplante Eastmed-Gaspipeline von Israel über Zypern und Griechenland nach Italien wäre der Ansicht des türkischen Staatschefs nach nicht mehr ohne Genehmigung der türkischen Staatsführung möglich (vgl. Israel, Zypern, Griechenland und Italien haben sich auf Eastmed-Gaspipeline geeinigt).

Großes Potenzial

Den Daten von Seismic Geo nach steht zwar noch nicht sicher fest, ob es vor Somalias Küste tatsächlich mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand ausbeutbare Öl- oder Gasvorkommen gibt – aber das Potenzial ist groß. Das somalische Oberhaus hat deshalb am Dreikönigstag ein vom Unterhaus bereits im letzten Jahr verabschiedetes Ölgesetz angenommen – und der somalische Bodenschatzminister Abdirashid Mohamed Ahmed hat Tiefwassergebiete vor der Küste in 15 neue Blocks eingeteilt.

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