Genetik: Fledermäuse altern nicht und leben länger


Fledermäuse werden gesund sehr alt. Anders als etwa bei Mäusen, altern ihre Zellen nicht. Auch erkranken sie kaum an Krebs. Was das für die Humanmedizin bedeutet, erklärt die Dubliner Biologin Emma Teeling.

Manuela Kasper-Claridge | Deutsche Welle

Baby-Fledermäuse großziehen ist eine Lebensaufgabe. Sie können 40 Jahre und älter werden.

Deutsche Welle: Sie erforschen die DNA von Fledermäusen. Warum machen Sie das?

Prof. Emma Teeling: Fledermäuse sind ungewöhnliche Säugetiere. Sie sind die einzigen, die fliegen, übrigens gehört eine von fünf Säugetierarten zu den Fledermäusen. Fledermäuse nutzen Ultraschall. Sie können sich nur durch Schall in kompletter Dunkelheit orientieren.

Aber einer der Gründe, warum ich hier [beim Weltwirtschaftsforum] in Davos über sie spreche ist, dass Fledermäuse die Fähigkeit entwickelt haben, nicht zu altern. Wenn wir uns jetzt anschauen, wie sich die Fledermaus-DNA in der Evolution entwickelt hat, fragen wir uns: ‚Was tun Fledermäuse, um den Alterungsprozess zu verlangsamen‘.

Und wenn Sie das herausfinden, Könnten diese Forschungen auch uns Menschen nützen?

Ja, das glaube ich schon. Genau wie Fledermäuse sind wir Säugetiere, Wir sind eine langlebige, diversifizierte Spezies wie die Fledermäuse auch.

Im vergleich zu ihrer Körpergröße sind Feldermäuse sogar die langlebigste Art überhaupt. Wenn wir erst einmal herausgefunden haben, was bei Fledermäusen auf der Zellebne passiert um den Alterungsprozess zu verlangsamen, können wir vielleicht dieselben Gene beim Menschen so beeinflussen, dass sie zum richtigen Zeitpunkt aktiv werden, wie bei den Fledermäusen.

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