„Giftige“ Organoide gezüchtet


Mini-Organe, im Labor gezüchtet: Die sogenannten Organoide avancierten in den letzten Jahren zu spannenden Hilfsmitteln der Forschung. Nun berichten Wissenschaftler über besonders skurrile Versionen: Sie haben aus Schlangenzellen Retorten-Giftdrüsen gezüchtet, die tatsächlich Toxine produzieren. Die Organoide können von diversen Spezies im Labor hergestellt und vermehrt werden. Dadurch könnten sie der Entwicklung von Gegengiften und Medikamenten dienen, sagen die Forscher.

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Fluoreszenzmikroskopische Aufnahme der Retorten-Giftdrüsen. (Bild: Ravian van Ineveld, © Prinzessin Máxima Center)

Faszinierend und gruselig zugleich: Seit Jahrtausenden beschäftigen sich Menschen mit der tödlichen, aber auch potenziell heilenden Wirkung von Schlangengiften. Klar ist: Schlangenbisse stellen eine erhebliche Bedrohung für den Menschen dar. Schätzungen zufolge sterben jährlich über 100.000 Menschen durch Attacken von Giftschlangen und über 400.000 tragen bleibende Schäden davon. Die Bereitstellung von Gegengiften hat deshalb eine große Bedeutung. Außerdem sind Schlangengifte Goldgruben bei der Entwicklung neuer Medikamente: Blutdrucksenker und Schmerzmittel wurden beispielsweise bereits von den komplexen Toxinen inspiriert und es könnten noch viele weitere Wirkstoffe in den Giften der vielen unterschiedlichen Schlangenarten der Welt schlummern.

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