Johannes zu Eltz: Reaktionäres Beharren treibt Leute aus der Kirche


Ein Festhalten an alten Formen ist für ihn keine Option: Der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz spricht im Interview darüber, wie sich Kirche in Deutschland ändern kann und wo sie es mit Blick auf eine bestimmte Personengruppe dringend tun muss.

Norbert Demuth | katholisch.de

Frankfurts katholischer Stadtdekan Johannes zu Eltz gehört zu den mehr als 230 Teilnehmern der ersten Vollversammlung des Synodalen Weges in Frankfurt. Dieser Reformdialog sei für die katholische Kirche in Deutschland eine „letzte große Chance“, sagte der 62-jährige Priester in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur. Zu Eltz, der auch Mitglied des Limburger Domkapitels und Pfarrer der Frankfurter Dompfarrei Sankt Bartholomäus ist, gehört zu den reformorientierten Kräften in der Kirche. Er ist der höchstrangige Vertreter der katholischen Kirche in Frankfurt am Main.

Frage: Herr Stadtdekan, derzeit scheinen große Worte Konjunktur zu haben, wenn über mögliche Umbrüche in der katholischen Kirche gesprochen wird. Deutsche Bischöfe reden von einer „Zeitenwende“ oder von einem „Gestaltwandel“ der Kirche. Welche Bedeutung hat der Synodale Weg aus Ihrer Sicht?

Zu Eltz: Ich mag sonst Pathos gar nicht. Aber hier ist es gerechtfertigt. Ich glaube, für die Kirche, wie wir sie kennen und wie ich sie liebe, ist das die letzte große Chance, durch selbstgesteuerte Reformen dorthin zu kommen, wo sie sein will. Das wäre eine moderne Volkskirche, die als Teil einer freiheitlichen Gesellschaft zuversichtlich mit der Zeit geht, damit sie ihre zeitlose Botschaft unter die Leute bringen kann. Die Möglichkeiten, die für diesen Gestaltwandel im Synodalen Prozess liegen, müssen beherzt ergriffen und umgesetzt werden.

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