Die Toten aus dem Bootshaus


  • Bisher dachten Forscher, die Körper der Bewohner seien in der Hitze in sehr kurzer Zeit regelrecht verdampft.
  • Zwei neue Studien deuten nun auf ein sehr qualvolles Ende hin.
  • Womöglich stießen die Archäologen sogar auf ein Stück Gehirn, das durch die Hitze zu Glas wurde.

Hubert Filser | Süddeutsche Zeitung

Foto: GIANNI CIPRIANO/The New York Tim. Zusammengedrängt, suchten Kinder, Frauen und Männer in den Bootshäusern von Herculaneum Schutz vor den Ascheströmen des Vesuv.

Kleinkinder und Jugendliche flüchteten in Panik in Richtung Meer. Zusammen mit ihren Eltern suchten sie dort verzweifelt Schutz in den steinernen Bootshäusern. Manche rannten weiter direkt auf den Strand am Ufer des Mittelmeers. In einem der Häuser von Herculaneum, dem Collegium Augustalium, einer Art Priesterkolleg, legte sich zur gleichen Zeit ein etwa 25-jähriger Mann mit dem Gesicht nach unten auf ein Holzbett und erwartete die nahende Katastrophe.

Der Vesuv war ausgebrochen, Pompeji, Oplontis und Stabiae hatte er bereits unter meterhohen Ascheschichten begraben. In Herculaneum, einer knapp 20 Kilometer nordwestlich von Pompeji gelegenen, reichen Stadt am Golf von Neapel, war den Bewohnern ein bisschen mehr Zeit geblieben. Die Stadt lag leicht seitlich der Hauptausbruchsrichtung, sie war von den Ausläufern mehrerer pyroklastischer Ströme getroffen worden, von mit bis zu 700 Kilometern pro Stunde ins Tal schießenden, dichten und extrem heißen Wellen aus Asche, Gas und Gestein. Bislang nahmen Forscher aber an, dass in diesen mehreren 100 Grad heißen Strömen zumindest die Weichteile menschlicher Körper schlagartig verdampften. Nun sind zwei Studien erschienen, die den Tod der Menschen am Strand und des Mannes auf dem Holzbett untersuchen und in beiden Fällen ein ziemlich düsteres Bild zeichnen.

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