Hinrichtung Ludwigs XVI.: Unter der Guillotine wurde „widersittliches Unwesen getrieben“

Hinrichtung Ludwigs XVI. (Kupferstich aus dem Jahr 1793)

Als Repräsentant des Ancien Régime und Verräter der Revolution wurde Ludwig XVI. von Frankreich 1793 zum Tode verurteilt. Unter dem Schafott fand ein Volksfest statt, bei dem Männer und Frauen „Widersittliches“ trieben.

Berthold Seewald | WELT

Beinahe 1000 Jahre hatten Könige Frankreich regiert. Einige von ihnen wie Ludwig XIV., der Sonnenkönig, und sein Nachfolger Ludwig XV. galten als mächtigste Herrscher Europas. Doch nur 19 Jahre nach dessen Tod bestieg sein Enkel und Erbe das Schafott auf der Place de la Révolution (heute: Place de la Concorde) in Paris, legte seinen Kopf unter die Guillotine, und als sie gefallen war, intonierte die Menge: „Es lebe die Nation, es lebe die Republik.“ Mit der Hinrichtung Ludwigs XVI. am 21. Januar 1793 zog die Revolution den historischen Schlussstrich unter eine Ordnung, die die meisten Europäer noch für gottgegeben hielten, auch weil Alternativen zu denken ihnen kaum möglich war.

Ludwig XVI. (1754–1793) aus dem Hause Bourbon hatte es seinen Richtern auch leicht gemacht. Ihm ging aller Glanz, jegliches Charisma seines Vorvorgängers Ludwig XIV. ab, der von sich noch selbstbewusst behaupten konnte:„Der Staat bin ich.“ Erst der Tod seines Vaters und älteren Bruders hatte den ungelenken, wenig kommunikativen, zur Fülle neigenden Ludwig 1774 auf den Thron gebracht.

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