Iran begrenzt Scheidungen: Wer zu spät kommt, bleibt verheiratet


In Iran wird jede dritte Ehe geschieden. Um die Quote zu senken, setzt der iranische Justizchef den Notariaten einfach ein Limit – sie dürfen künftig nur noch eine begrenzte Zahl von Fällen pro Jahr annehmen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

In Iran wird künftig auf Anweisung weniger geschieden. Bild: dpa

Um die hohe Scheidungsrate in Iran unter Kontrolle zu bringen, wird die Registrierung von Scheidungen in Iran begrenzt. Auf Anweisung des iranischen Justizchefs dürfen seit Samstag die Notariate nur eine begrenzte Zahl von Scheidungsfällen im Jahr annehmen, so ein Sprecher der Notariatskammer laut Nachrichtenagentur Isna. Das größte Kontingent hat die Provinz Kermanschah in Westiran, wo die Mehrheit der Bevölkerung kurdisch ist. In der Hauptstadt Teheran dürfen im Jahr 182 Scheidungen durchgeführt werden.

In Iran endet nach amtlichen Angaben jede dritte Ehe mit einer Scheidung, vor 20 Jahren war es noch jede achte Ehe. Für den Iran mit seinen strengen islamischen Regeln ist dieser Anteil höchst beunruhigend.

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