Künstliche Befruchtung im Ausland: Die Eizelle der anderen

Bild von Tawny van Breda auf Pixabay

Anna Lange lässt sich in Prag die Eizelle einer Spenderin einsetzen. In Deutschland ist das verboten. Ist die Legalisierung überfällig?

Patricia Hecht | taz

Als Anna Lange an einem Freitag im Oktober durch die Prager Innenstadt läuft, um ihren Zug zurück nach München zu erwischen, als alles geschafft und Lange gelöst und erleichtert ist, überquert vor ihr eine blonde Frau eilig die Straße. Die Frau hat sichtlich Mühe, an ihren Händen hält sie zwei etwa vierjährige Jungen, die ihre Füße in den Boden stemmen und sich mit Hang zu großem Kino dagegen wehren, mitzukommen. Lange verzieht das Gesicht und muss lachen, die Szene wirkt wie ein Omen dessen, was bald auf sie zukommen könnte: Gerade hat sie sich in einer Prager Klinik zwei befruchtete Eizellen einsetzen lassen. Geht diesmal alles gut, ist sie in neun Monaten Mutter von Zwillingen.

Die Eizellen, die sich in Langes Gebärmutter einnisten sollen, sind mit dem Sperma ihres Mannes befruchtet, aber nicht ihre eigenen. Zum dritten Mal hat Lange eine Eizellspende in Anspruch genommen, zweimal war der Schwangerschaftstest zu Hause negativ. Nun hofft sie aufs Neue, ein Kind zu bekommen, das sie deutschen Gesetzen zufolge nicht mehr bekommen würde. Denn anders als in Tschechien sind Eizellspenden hierzulande verboten.

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